Ralf-Querformat-Weinglas-72dpiweb-1Ralf Zacherl, Sohn einer Gastronomenfamilie, hat den Kochberuf gelernt, weil es eben ziemlich naheliegend ist. Den „Gastronomensohn“ tauft er selbst schon einmal um in „Kneipenkind“, wenn er von der Kneipe, den Eltern, frühen Leidenschaften und der Schulzeit erzählt.

„Kochen ist eigentlich was Simples“ und „du musst halt das entsprechende Gefühl für die Verarbeitung von Lebensmitteln inne haben“. Kurz gesagt: Die Liebe am Kochen, Kreieren, Ausprobieren – das muss ganz einfach da sein, sonst klappt es eh nicht. Besondere Neigungen / Vorlieben / etwas Prägnantes zu seiner Kochphilosophie? „Aus Scheiße kann ich Pralinen machen“, soll heißen: aus wenigen und/oder einfachen Zutaten fabriziert er köstlich-Leckeres, frappierend-Überraschendes.

Das zeichnet einen Kreativkünstler aus, einen, der überzeugt ist von seinem Tun. Und dazu findet er, dass er ein „ausgesprochener Koch für die Hausfrau ist“. „Ich kann mit Hausfrauen richtig gut kochen, die „normalen“ Rezepte, die in unsere moderne Zeit und reales Alltagsleben passen, nachvollziehen.“ Ein Kick Ralf Zacherl hinzu – fertig ist die begeisterte Hausfrau. Sterne, Kochlöffel, Kochmützen und diese ganze Gourmet-Auszeichnungs-Philosophie ist für ihn kein primärer Antriebsmotor.

Trotzdem hat er seinen ersten Michelin-Stern schon im Alter von 26 Jahren bekommen, als junger Küchenchef im „Grauen Haus“ in Oestrich-Winkel, wo er nach einer Ausbildung beim Koch-Ikonoklasten Stefan Marquardt für den schillernden Grafen Erwein Matuschka-Greiffenclau arbeitete, dem dieser uralte Gasthof damals gehörte.

Nicht jeder Sternekoch kann sich an ein alltagstaugliches Konzept herankochen und damit in kürzester Zeit noch Lorbeeren ernten. Ralf Zacherl, der Starkoch, aber kann das. Nie einfach nur „experimentell“, sondern mit einer gehörigen Portion Raffinesse kreiert er seine Gerichte, die aus einer räumlich kleinen Küche kamen. Ralf ist ein absoluter Situationsmensch und weiß, was er kann. Vorsichtig allerdings war er in Sachen Fernsehen. „Ich und ins Fernsehen? Dafür bin ich völlig ungeeignet“. Nachdem der Spitzenkoch nach acht Castings die Fernsehgeschichte schon abgeschrieben hatte, kam im Dezember 2002 die Zusage, und seither kann Ralf in Sendungen wie „Zacherl — Einfach kochen“, „Küchenschlacht“, „Die Kochprofis“, „Küchenchefs“, „Kocharena“ oder „Grill den Henssler“ sehr vielen Menschen seine ureigene Freude am Kochen vermitteln.

 

Zu seiner Rolle als Juror beim Food Blog Award sagt Ralf:

„Leute, interessiert Euch für das, was auf Eure Teller kommt! Seid neugierig, kritisch und lasst Euch nicht jedes x-beliebige Lebensmittel auftischen! So vieles ist den Begriff L-E-B-E-N-S-mittel nicht wert.

Ich kenne keinen Blog, der nicht genau das tut – Lust auf richtig gutes Essen machen. Frisch und lecker. Viele Blogger schreiben über die Herkunft ihrer Lebensmittel, die Zubereitung, den Spaß am Kochen und Backen. Sie zeigen, wie leicht es sein kann, ein durch und durch gutes Gericht auf den Tisch zu bringen. Kochen mit frischen Zutaten aus der Region, Gerichte mit Gemüse und Obst der Saison, mit Fleisch aus artgerechter Tierhaltung – all das was mir wichtig ist, vertreten auch viele Blogger. Richtig erfrischend finde ich, dass sie dabei ganz ohne erhobenen Zeigefinger auskommen. An erster Stelle steht der Genuss – und der beginnt schon bei der Auswahl der richtigen Zutaten und bei den Gedanken an eine pfiffige Kombination. Was dann auf den Tisch kommt, lässt mich als Profi oft staunen.

Wenn ich mit meinem Engagement beim Food Blog Award helfen kann, den Bloggern ein größeres Forum zu bieten, mache ich das sehr gerne. Ich freue mich auf die Arbeit in der Jury zum Food Blog Award 2015! Ich bin neugierig, die vielen Blog-Formate kennenzulernen und freue mich auf das Treffen der Top Three Blogger jeder Kategorie Anfang Oktober in meiner Heimatstadt Berlin.

Euer Ralf Zacherl

 

(c) Bild & Text www.kochende-leidenschaft.de